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Der zweite Akt in Schloss-Ambiente 22.06.2010 



Partnerschaft Bor

Erster Akt auf Burg Wernberg, zweiter Akt auf Schloss Bor: Mit Honigwein und holden Tanzmaiden wurde der 19-köpfigen Delegation aus Wernberg-Köblitz ein herzlicher Empfang bereitet. Nun ist die Partnerschaft auch auf tschechischer Seite offiziell besiegelt.

Gemeindevertreter der Stadt Bor und der Marktrat von Wernberg-Köblitz hatten in der ehrwürdigen Schlosskapelle Platz genommen. Rot-weiß die Borer Fahne auf der Linken, Schwarz-blau-weiß-rot das Wernberg-Köblitzer Wappen auf der Rechten. In Bor nahmen die Frauen das Heft in die Hand: Die stellvertretende Bürgermeisterin Jana Sperkova – in königsblau mittelalterlich gewandet – und Dolmetscherin Šárka Dostálová führten charmant durch das Programm: Sie erzählten von Vergangenheit und Gegenwart der 4000-Seelen- Gemeinde, von berühmten Adelsgeschlechtern und dem Schloss, das seit 1997 im Besitz der Stadt ist.

Mit Leben füllen

Die historische Tanzgruppe „Mericia“ versetzte die Festgäste in vergangene Zeiten, Miroslav Nenutil holte sie zurück: Der Senator und Bürgermeister von Stˇríbro hatte eine kurze, prägnante Botschaft: Damit all die Worte, die Absichtserklärungen mit Leben erfüllt werden, müssen sich die Bürger gegenseitig besuchen.

Regionsrat und zweiter Bürgermeister von Tachov, Jiri Strucek, verglich die Länder mit Perlen. Wenn sie gut nebeneinander aufgefädelt sind, „lässt es sich „wunderschön leben in Europa“.

Bei Marktplatzeinweihung

Die Anreise ist ein Klacks, 45 Minuten und die Wernberg-Köblitzer stehen vor dem Borer Schloss. Schwieriger zu überwinden ist die Sprachbarriere. Bürgermeister Georg Butz versuchte es, hielt seine Ansprache zum Teil in Tschechisch. Den Gastgebern gefiel die Geste. Butz freute sich, dass die kleinen Fußballer aus Bor schon beim Turnier in Wernberg-Köblitz kickten, die historische Tanzgruppe zur Marktplatzeinweihung kommt. Gerne würde man die tschechischen Schüler beim nächsten „Tag des Wassers“ im Freilandmuseum begrüßen. Die neuen Partner möchte man auch grenzübergreifend in den Logistik- Kompetenzatlas einbinden, den Euregio Egrensis, die FH Amberg-Weiden und das „Plus der Oberpfalz“ auf die Beine stellen.

Bürgermeister Petr Myslivec freute sich, dass sich die Borer und die „lieben Freunde“ auf Anhieb gut verstanden haben. Es seit nicht damit getan, wenn sich „die Oberen“ treffen, „die Menschen, die Vereine, die Organisationen müssen zusammen kommen“. Bereits am 3. Juli fahren die Wernberg-Köblitzer Kicker zu einem Turnier nach Bor. Myslivecs Appell: "Fangen wir einfach an mit unserer Freundschaft“.

Symbolcharakter hatte da die im Schloss aufgebaute Ausstellung über die Goldene Straße, die vorab in Wernberg-Köblitz zu sehen war. „Sie soll auch unsere Verbindung ins 21. Jahrhundert sein“, meinte Myslivec.

Dann der feierliche Akt: Die beiden Bürgermeister unterzeichneten die Partnerschaftsurkunden. Nachdem sich alle Gäste ins Goldene Buch der Stadt Bor eingetragen hatten, kreuzten verwegene Fechtmeister im Schlosshof die Klingen. Doch der Ton war herzlich: Gerne wurde ein Blick in den Schlossbrunnen geworfen, den jetzt das Gastgeschenk des Marktes Wernberg-Köblitz, eine Glasabdeckung mit den gravierten Ortswappen, ziert.

Er wurde zu Tisch gebeten: Die Mädchen der Mittelschule, eine Berufschule für Köche und Servicekräfte, hatten ein leckeres Buffet gezaubert. Am Abend gings mit einem festen Vorsatz zurück in die Oberpfalz: Den nächsten Tschechischkurs besuchen.

22.06.2010 
Quelle: DNT