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Burg Wernberg

Burg WernbergDie Burg Wernberg wird in alten Urkunden unter verschiedenen Namen geführt, wie „Werdenberg“ oder Wernberch“, was bedeutet: die Burg am Werder. Diese alte Bezeichnung für eine Halbinsel findet sich noch heut in verschiedenen Ortsnamen, die fast ausschließlich mit Flussläufen und Sümpfen in Verbindung zu bringen sind. Donauwörth und andere Wörth an der Donau, am Main und bei Salzburg sind Beweise dafür.

Die Burg Wernberg liegt auf einem in das Naabtal vorgeschobenen Bergrücken, der im Norden vom Schilterbachtal begrenzt wird.

Über die älteste Geschichte und die Erbauer der Burg Wernberg kann man sich leider kein klares Bild machen. Durch den Fund einer Kupfermünze aus der Zeit Ptolemäus II im Burghof kann man schließen, dass die Römer spätestens im 3. nachchristlichen Jahrhundert einen vom Limes vorgeschobenen Grenzposten in Wernberg gehabt haben.

1146 wird Gebhard I von Luiginberg als Besitzer von Wernberg genannt. Ab diesem Zeitpunkt kann auch die Geschichte der Burg chronologisch verfolgt werden. 1280 wird Wernberg durch den Landgrafen Friedrich von Waldeck und Landgraf Gebhard von Faltenberg (beide Luiginberger) an Konrad den Paulsdorfer verkauft. Als Zugehörungen werden unter anderem aufgezählt die Orte Köblitz, Niederköblitz, Damelsdorf, ein Hof in Pamsendorf, die Vogtei über Trausnitz usw..

Noch im gleichen Jahr ging die Burg durch Heirat an den Besitz der Nothafft über, die bis 1509 urkundlich erkennbar sind. Ein markantes Datum für die Geschichte der Burg ist der 09. März 1367. An diesem Tag hat Heinrich Nothafft von Wernberg seine freie Feste von der Krone Böhmens zum rechten Mann-Lehen empfangen. Kaiser Karl IV nimmt Wernberg als böhmisches Lehen in seinen Schutz und Schirm.

In der Folgezeit mehrten die Nothaffts ihren Besitz durch Zukäufe aus Woppenhof, Oberköblitz, Feistelberg usw.. 1401 errichtete Heinrich – auch Heinrich der Reiche genannt – in seinem Schloss Wernberg eine Kapelle, die durch Bischof Seifried von Regensburg als St.-Georg-Kapelle konsekriert wurde. Später kam nach ein Schloss-Benefizium dazu.

Die Nothafft kamen jedoch auch zu Ehren und Ämtern außerhalb ihres Feste. Am 23. August 1406 wird von König Rupprecht für Heinrich Nothafft zu Wernberg der kurpfälzische Lehenbrief über Halsgericht für Stock und Galgen über die Dörfer Wolfsbach, Feistelberg, Diebrunn, Oberköblitz und Unterköblitz ausgestellt.

Er war Richter in Nabburg von 1397 bis 1434. In Regensburg war Heinrich Nothafft von 1402 bis 1412 abwechselnd Kämmerer und Bürgermeister. Des weiteren Vizedom von Niederbayern, Verweser des Bistums Passau und Vizedom in Amberg.

Im Jahre 1430 begannen die Hussiteneinfälle in die Oberpfalz. Orte wie Nabburg, Pfreimd, Wernberg, Murach wurden teilweise zerstört.

Mit dem Tode Heinrich III Nothafft endete 1509 die rumreiche Geschichte des Geschlechtes. Die Burg Wernberg wurde von den Nachfahren am 28.12.1509 an Georg Wispeck zu Velburg verkauft und gelangte im Jahre 1530 in Leuchtenberger Besitz.

Landgraf Ludwig Heinrich verlieh als Landesherr der Burg Wernberg 1560 ein Wappensiegel.

Der 30jährige Krieg hatte auch die Burg Wernberg nicht verschont. Am 01. November 1646 stirbt Max Adam als letzter Landgraf von Leuchtenberg in Nördlingen. Mit dem Aussterben der Leuchtenberger zog Böhmen die Feste Wernberg als ihr Lehen ein und verlieh die Herrschaft an den Grafen Khevenhüller. Dieser verkaufte die wieder hergerichtete Burg an den Kurfürsten Maximilian von Bayern, der sie 1650 zusammen mit Leuchtenberg seinem Sohn Max Philipp übergab. 1650 verlieh Kaiser Franz Ferdinand III die Burg an Franz Christopher Khevenhüller, Erbherr aus Landskron und Hochostrowitz, Stallmeister in Kärnten.

Burg Wernberg - HotelzimmerIn der Folgezeit wechselten die Besitzer der Burg sehr rasch uns sie verfiel auch immer mehr.

1714 wurde auf der Burg Wernberg ein oberpfälzisches Pflegeamt eingerichtet. Der kurfürstliche Landrichter und Pfleger Wolf Clement Peter zu Fernau aus Offenstätten zog als erster in das Pflegeamt auf der Feste ein. Wie wenig der Richter von seinem Amtssitz begeistert war, ist aus einer alten Akte vom 01. November 1731 zu ersehen. So klagte er vor allem über das „weitläufige Gepäu“ das ungeschützt dem „Windgestürmb“ ausgesetzt sei, und über den 80 Meter tiefen Brunnen, „so mit einem Rad getrieben wird, das Wasser aber mit großer Beschwernis herauf zu bringen ist“.

Im Zuge der allgemeinen Ämterorganisation wurde im Jahr 1803 das Pflegeamt wieder aufgelöst und dem Landgericht Nabburg eingegliedert.

Nachdem der Gemeinderat Wernberg am 01. November 1871 es abgelehnt hatte, die Burg zu erwerben, wurde sie für 1.000,- Mark an Hauptmann Peritzhoff verkauft und wechselte auch in der Folgezeit mehrmals die Besitzer, bis sie schließlich 1919 in den Besitz des Grafen Schall-Riaucour gelangte, dessen Erben noch bis 1992 Eigentümer der Burg waren. 1992 erwarb der Markt Wernberg-Köblitz die Burg und den gesamten Landumgriff.

Burg Wernberg - TagungsgebäudeDie Burg Wernberg weist im Grunde romanischen Baustil auf. In den Jahren 1667 und 1892 wurden erhebliche bauliche Veränderungen vorgenommen. Im Jahre 1993 lief eine umfangreiche Bestandsuntersuchung der gesamten Burg. 1994 bis 1998 erfolgte im Auftrag des Marktes Wernberg-Köblitz zusammen mit dem Leasingnehmer, der Firma Conrad Electronic, die wohl umfassendste Sanierung der Burg (ca. 35 Mio. DM wurden verbaut). Die Burganlage wurde für 99 Jahre einschließlich Unterhalt vom Markt Wernberg-Köblitz an die Firma Conrad Electronic in einem Leasingvertrag verpachtet. Die Firma Conrad hat die Burganlage zu einem Hotel- und Tagungskomplex ausgebaut. Ein Besuch auf der komplett sanierten Burganlage lohnt sich auf jeden Fall. Informieren Sie sich auch auf der offiziellen Homepage der Burg Wernberg.

Im Rahmen der Burgsanierung wurde auch eine umfangreiche Präsentationsborschüre erstellt. Diese informiert über die Geschichte der Burg, die Umbaumaßnahmen, den derzeitigen Betrieb der Burg, Planskizzen und vieles mehr. Wollen Sie mehr darüber wissen? Fordern Sie die kostenlose Burgbroschüre einfach an!

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