Hilfsnavigation

Helga Beer

Tipps der Steuerberaterin Helga Beer beim Wirtschafts- und Unternehmergespräch in Wernberg-Köblitz

Zum Jahreswechsel treten einige neue Finanzvorschriften in Kraft. Wertvolle Informationen zur Gesetzgebung konnte dazu Steuerberaterin Helga Beer beim Wirtschafts- und Unternehmergespräch liefern. Bürgermeister Georg Butz informierte die Unternehmer über die weiteren gemeindlichen Entwicklungen.

Dipl.-Finanzwirt (FH) und Wirtschaftsprüferin Helga Beer von der Steuerkanzlei Beer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH aus Neunaigen fasste die zum Jahreswechsel 2009/2010 relevant werdenden Themen zusammen. Dazu zählten das Bürgerentlastungsgesetz, elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale, elektronische Steuererklärungen und Bilanzen, das Wachstumsbeschleunigungsgesetz sowie Handlungsempfehlungen zum Jahresende. Sie wies jedoch darauf hin, dass noch nicht alles vom Gesetzgeber verabschiedet wurde, aber höchstwahrscheinlich so kommen werde. Ihr wichtigster Rat gleich zu Beginn ihrer Ausführungen: „Wenn Sie können, verschieben Sie alles auf 2010. Dann wird einiges besser!“ Die wichtigsten Neuerungen würden ab 2010 in Kraft treten. Immer mehr werde auf elektronischem Wege erledigt und die alten „Papier-Formulare“ würden immer öfter ausgedient haben. Als Beispiele nannte Beer, dass es in der bisherigen Form die Lohnsteuerkarten auf Papier voraussichtlich nur noch für 2010 geben werde. Ab dann gebe es nur noch die elektronische Steuerkarte.

Auch Bilanzen und Steuererklärungen bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern sollen ab 2011 immer öfter elektronisch erfolgen. Diese ganzen Entwicklungen würden von den Unternehmen(ern) auch enorme Umstellungen und teilweise höhere Ausgaben fordern. Für den Gesetzgeber habe es den Vorteil, Daten effektiver vergleichen und Auffälligkeiten schneller finden zu können. Ihrer Meinung werde es in Zukunft öfters und schneller Betriebsprüfungen geben. Unter dem Schlagwort „Steuerbürokratieabbaugesetz“ würden diese Neuerungen laufen. Die Referentin am Ende ihres Vortrages: „Vererben, verschenken oder übergeben Sie erst 2010, dann wird es billiger!“

Bürgermeister Georg Butz informierte die Anwesenden, dass es im Industriegebiet jetzt doch einen Rossmann- Drogeriemarkt geben werde. Die Restfläche des dafür beabsichtigen Grundstückes sehe immer noch einen Erotikmarkt mit Spielhalle vor. Ob dies jedoch eine Chance auf Realisierbarkeit habe stehe offen. Die Marktgemeinde könne jedoch rechtlich nichts dagegen tun.

Da das jetzige Industriegebiet keine Kapazitäten mehr frei habe, sei eine rund 28 Hektar große Erweiterung westlich des Weidachgrabens bis zur Staatsstraße 2399 geplant. Je nach Ansiedlung könnte die Erschießung bereits ab kommenden Jahr anlaufen. Die Wirtschaftskrise trifft auch Wernberg-Köblitz. Bei der Gewerbesteuer habe die Kommune einen empfindlichen Einbruch zu verzeichnen. Ebenso stark rückgängig sei die Einkommenssteuerbeteiligung. Deshalb sei ein Nachtragshaushalt mit zusätzlicher Verschuldung in Höhe von 2,1 Millionen Euro notwendig geworden. Butz versicherte: „Die Gemeinde hat für unsere Wirtschaft immer ein offenes Ohr.“ Die Anwesenden sprachen sich dafür aus, regelmäßig ein Wirtschaft- und Unternehmergespräch stattfinden zu lassen.

Präsentation der Referentin Dipl.-Finanzwirt (FH) Helga Beer zu den steuerlichen Änderungen



Rechtzeitig auf Herausforderungen des demografischen Wandels vorbereiten, sonst stirbt die Oberpfalz aus

Der demographische Wandel stellt auch die Unternehmer vor große Herausforderungen. Was muss die Wirtschaft tun, um in einer älter werdenden Gesellschaft weiterhin erfolgreich zu sein? Antworten darauf gab Andreas Keller von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz beim Wirtschafts- und Unternehmergespräch im Gasthaus „Zehentbartl“.

Das allerwichtigste sei es, sich auf diese Entwicklung vorzubereiten, betonte der Referent eingangs. Die Auswirkungen des demographischen Wandels würden selbstverständlich zu neuen Herausforderungen führen. So werde es weniger Schüler und damit auch weniger Lehrlinge geben.

Mangel an Fachkräften
Der schon heute zum teil vorherrschende Fachkräftemangel werde sich vergrößern. Aber auch die Überalterung der Gesellschaft sei eine Konsequenz dieser Entwicklung. „Wenn nichts passiert, sieht die Oberpfalz alt aus“, unterstrich Keller. Strukturschwache Gebiete würden von Ballungsräumen wie beispielsweise Regensburg immer mehr „bedroht“.

Der Landkreis Schwandorf sei noch einer der Gewinner, aber nördlich von Weiden sehe es schlecht aus. Die demographische Entwicklung der Region zeigte der Referent anhand von Schaubildern. Neben einer Überalterung würden zudem die Bevölkerungszahlen zurückgehen. Eine Auswirkung für den Mittelstand in der Region werde es sein, dass die Konkurrenz um qualifizierten Nachwuchs und Fachkräfte wächst. Die Ausbildung im eigenen Betrieb sei daher der Schlüssel für künftige Fachkräfte. Als wichtig erachtete Keller auch die Qualifizierung vor allem auch der älteren Mitarbeiter. Für die Zukunft müsse man auch Strategien einer altersgerechten Beschäftigung
entwickeln. Schließlich sei dies eine wichtige Herausforderung und könne zudem neue Chancen bieten. Die Notwendigkeit, sich mit veränderten Märkten zu beschäftigen, werde wachsen. Schließlich würden sich auch neue Märkte entwickeln. Derzeit sei die steigende Lebenserwartung zudem mit einer besseren Gesundheit verbunden.

Wichtige Zielgruppe
Zu bedenken sei ferner, dass die ältere Generation immer konsumfreudiger werde und die Sparquoten geringer würden. „Die Älteren werden wirtschaftlich immer bedeutender“, war eine der Kernaussagen des Referenten. Für den Mittelstand seien sie daher eine wichtige Zielgruppe.

Keller fasste zusammen: Erfolgreich werde sein, wer konsequente Zielgruppenorientierung betreibt. Entscheidend sei es auch, für das jeweilige Angebot bekannt zu werden. Die neuen Märkte bedeuten außerdem notwendige Investitionen. „Bereiten sie sich auf die Zukunft vor, auch wenn es noch nicht ganz so weit ist. Sonst fährt der Zug an ihnen vorbei“, unterstrich er abschließend.

Präsentation des Referenten Andreas Keller zum demogafischen Wandel in Wernberg-Köblitz

04.12.2009 
Quelle: DNT