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11. Sitzung des Kreistages des Landkreises Schwandorf mit Verleihung von Landkreisverdienstmedaillen
Wahlperiode 2008/2014
Montag, den 21. Dezember 2009, 14:00 Uhr, Sitzungssaal des Landratsamtes Schwandorf

TOP 4 - Verleihung von Landkreismedaillen


Der Vorsitzende Landrat Liedtke nimmt die Verleihung der Landkreisverdienstmedaillen an folgenden Personen vor Frau Martha Beer, Nabburg

Irmgard Gietl, Maxhütte-Haidhof
Hans Fischer, Neunburg v. Wald
Dr. med. Eduard Gilliar, Nabburg
Alois Gillitzer, Niedermurach
Fritz Haag, Schwandorf
Richard Hirsch, Nabburg
Hans Koch, Oberviechtach
Gottfried Leibl, Schwandorf
Rudolf Lenk, Teublitz
Bruno Viertlmeister, Maxhütte-Haidhof
Rainer Weileder, Nittenau


Festrede Landrat Volker Liedtke zur Verleihung Landkreisverdienstmedaille 2009 am 21.12.2009 (Es gilt das gesprochene Wort!)

Liebe Kreistagskolleginnen und –kollegen, bitte begrüßen Sie mit mir - nach unserer kurzen Pause – unsere Gäste, unsere Ehrengäste zur Festsitzung, Ich freue mich und es ist uns eine Ehre, dass 17 der bisherigen Träger der Landkreisverdienstmedaille unserer Einladung gefolgt sind. Wenn wir heute 13 Frauen und Männer in diesen Kreis aufnehmen, dann möchten wir dies gemeinsam mit den herausragenden Persönlichkeiten tun, denen wir in den vergangenen 30 Jahren diese Auszeichnung überreichen durften. Ich heiße bei uns willkommen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister – soweit sie nicht dem Kreistag angehören – aus den Wohnorten der zukünftigen Verdienstmedaillenträger. Vor allem aber begrüße ich die Damen und Herren mit Ihrer Begleitung, die wir ehren dürfen, die uns die Ehre geben. Seien Sie uns alle herzlich willkommen.

Vor 30 Jahren, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat der Kreistag des Landkreises Schwandorf in sehr nüchterner Form die Stiftung einer Anerkennung für hervorragende Verdienste und Leistungen um den Landkreis Schwandorf beschlossen. Ein kleiner Beschluss – aber eine große Geste. Die Landkreisverdienstmedaille – als Abschluss der Gründungsjahre des Großlandkreises – ist eine Bekenntnis zur demokratischen Bürgergesellschaft, die ihre Aufgaben auf viele Schultern verteilt. Nicht der Kreistag und erst recht nicht ein einzelner Landrat bestimmt über die Entwicklung einer Region. Es sind die Menschen selbst, die ihr Schicksal und das ihrer Mitbürger in die Hand nehmen. Nun tun sie dies mit unterschiedlicher Kraft und Leidenschaft. Heute versammelt sich hier, wenn man so will, die Spitze der Pyramide von Engagement und Gemeinschaftsgeist. So sehr sich Herkunft, Heimat und Lebenslauf unterscheiden mögen – eines vereint Sie alle: Sie haben weit mehr getan als Ihre Pflicht. Wir durften in der Vergangenheit insgesamt 60 herausragende Persönlichkeiten ehren: Unternehmerpersönlichkeiten, Vertreter des Sports, Repräsentanten des kirchlichen, sozialen, politischen und kulturellen Lebens.

Und ich möchte an dieser Stelle in stiller Dankbarkeit derer Gedenken, die verstorben sind – Sie haben Bleibendes geschaffen. Vier Jahre sind seit der letzten Verleihung vergangen. Für viele Kolleginnen und Kollegen des Kreistags ist dies heute eine Premiere. Wir dürfen heute den Kreis der Verdienstmedaillenträger um 13 Namen erweitern – auf Vorschlag der Kreistagsfraktionen und nach einem einstimmigen Beschluss. Ich stelle mit Interesse fest, dass die neuen Träger auch die Veränderungen im Landkreis widerspiegeln. In der Vergangenheit waren es die Unternehmerpersönlichkeiten, denen wir auf diese Weise Dank gesagt haben: Dank für die Hilfe auf dem Weg vom Armenhaus zur Wohlstands-, zur Boomregion. Die Tatsache, dass wir in der Oberpfalz heute bei der Steuerkraft weit oben stehen, ist dem Fleiß vieler Menschen geschuldet, aber sie ist eben auch untrennbar mit Namen wie BMW, Conrad, Netto, Wilden, emz oder Irlbacher verbunden. Und die führenden Köpfe dieser Unternehmen sind auch Träger der Landkreisverdienstmedaille. Heute steht das ehrenamtliche Engagement im Mittelpunkt. Wir wissen zu schätzen, dass auf dem Weg zu einem vollen Magen immer Menschen waren, die dafür gesorgt haben, dass Herz und Seele nicht hungern müssen. Und deshalb überwiegen heute die Stichworte Bildung, Kultur, Sport und soziales Engagement. Und – die heutige Verleihung spiegelt auch wieder, dass der Landkreis Schwandorf früh und intensiv seinen Blick auf die ältere Generation gerichtet hat.

Ich weiß, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass unsere Medaille weder Anlass noch Ziel Ihrer Arbeit waren. Im Gegenteil, viele von Ihnen haben uns zu verstehen gegeben, dass Sie den größten Dank aus Ihrem Ehrenamt selbst schöpfen. Wir aber möchten das Licht der Öffentlichkeit auf Sie und Ihre Arbeit richten, wenn wir uns heute bedanken und verneigen. Warum? Weil ein Händedruck im Vorübergehen eben nicht genug würdigen kann, was Sie leisten. Aber auch weil wir allen Menschen sagen und zeigen wollen, hier sind die Vorbilder, hier ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammen hält. Hier sind die strahlenden Beispiele dafür, dass ein Amt und eine Aufgabe nicht nur Last, sondern in besonderer Weise auch Freude bedeutet. Und dass hier Menschen sind, die Mitstreiter suchen und - irgendwann einmal – auch Nachfolger brauchen.

Aus diesem Grund möchte ich die Verdienstmedaille des Landkreises Schwandorf gleichermaßen als Dank für die Vergangenheit und als Signal für die Zukunft verstehen. Eines aber soll die heutige Ehrung auf keinen Fall bedeuten: einen Schlussstrich unter Ihr Engagement. Vielmehr soll sie eine Einladung sein – wenn es ein solches Zeichen überhaupt braucht – auch in Zukunft gestaltender, prägender Teil unserer Gemeinschaft zu sein.

Und damit darf ich zur Würdigung der Einzelpersonen kommen. Gleich eingangs bitte ich um Verständnis, wenn von Ihren vielfältigen Leistungen nur in Stichworten und ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Rede sein kann

Beginnen darf ich mit den beiden Damen und hier zunächst mit Frau Martha Berr: Der Name Martha Berr ist in Nabburg und mittlerweile im gesamten Landkreis Schwandorf fest und untrennbar mit engagierter Seniorenarbeit verbunden. Wenn der Landkreis für sich in Anspruch nehmen darf, in der Seniorenpolitik immer einen Schritt voraus zu sein, so geht Frau Berr immer mit uns an der Spitze. Die Anfänge liegen in ihrer Zeit als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates in St. Johannes. Aus diesem Amt heraus hat sie die Leitung des Seniorenclubs der Pfarrei übernommen. Vor sieben Jahren wurde ihr das Amt der Seniorenbeauftragten ihrer Heimatstadt übertragen. Einen Schwerpunkt hat sie dabei auf das Modellprojekt Seni-Pol gelegt, an dem sich der Landkreis bereits 1998 beteiligte. Der Aufklärung über Straftaten, denen ältere Menschen besonders häufig zum Opfer fallen, hat sich die pensionierte Studiendirektorin besonders gewidmet. Dieses Thema beschäftigt sie auch als stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates im Landkreis Schwandorf. 18 Jahre lang war Martha Berr Mitglied im Stadtrat von Nabburg. Und soweit wir wissen, war sie die erste Frau im Amt als stellvertretende Bürgermeisterin. Sehr geehrte Frau Berr, der Landkreis Schwandorf und seine Menschen verdanken Ihnen sehr viel. Als Zeichen unserer Anerkennung darf ich Ihnen nun als 61. Trägerin der Landkreisverdienstmedaille diese Auszeichnung überreichen. Herzlichen Dank für Ihr bisheriges und Ihr zukünftiges Engagement.

Mit Irmgard Gietl darf ich eine weitere aktive Mitarbeiterin der Seniorenarbeit auszeichnen. Sie gehört seit der Gründung vor zehn Jahren dem Seniorenbeirat der Stadt Maxhütte-Haidhof an. Mit Ideen und einem hohen Maß an Zeitaufwand bereichert Sie das umfangreiche Programm, vor allem mit Treffen von jung und alt. Seit der Eröffnung des Seniorenheims in Maxhütte hat sie auch dort zur Bereicherung des Programms beigetragen. Erwähnung finden soll an dieser Stelle auch, dass Irmgard Gietl sich in besonderer Weise derjenigen annimmt, die in unserer Gesellschaft besonderen Schutz brauchen. Für Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber, für Menschen, die entwurzelt wurden, ist sie Vertrauensperson geworden. Erinnert werden muss an dieser Stelle auch an ein dunkles Kapitel unserer Landkreisgeschichte. Ein Kapitel, in dem Frau Gietl eine positive, eine hervorragende Rolle gespielt hat: Sie hat dem friedlichen Widerstand gegen die WAA ein Gesicht gegeben. In Zeitungen und Büchern, im Fernsehen und in Filmen hat sie für die Bedenken, für die Sorgen und Ängste der Menschen in der Oberpfalz um Verständnis geworben. Toleranz und Humanismus, gepaart mit Ausdauer und Leidenschaft ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben einer Frau, deren Markenzeichen ihre Stricknadeln sind. Liebe Irmgard Gietl, der Landkreis Schwandorf kann stolz sein auf Menschen wie Sie. Ich freue mich, die Verdienstmedaille überreichen zu dürfen und gratuliere von Herzen.

Für Hans Fischer ist die heutige Feierstunde so etwas wie eine Rückkehr. Und der Sitzungssaal hier fast wie ein zweites Wohnzimmer. 24 Jahre gehörte er dem Kreistag an, davon 12 Jahre als Sprecher der CSU-Fraktion. Soziales, Jugend und Bildung waren „seine“ Themen. Ich erinnere beispielhaft nur an das Modell der Tagespflege, das lange vor der entsprechenden gesetzlichen Regelung bei uns bereits umgesetzt wurde. Ebenso lange gehörte Hans Fischer auch dem Neunburger Stadtrat an. Er war einer der ersten Jugendbeauftragten im Landkreis, Mitbegründer ARGE-Jugend und beteiligt am ersten kommunalen Jugendplan des noch jungen Landkreises. Seit rund 20 Jahren gehört er dem Ausschuss des Caritas-Kreisverbandes an. Ebenso lange darf der Heimatkundliche Arbeitskreis um das Seebarner Heimatmuseum auf seine Mitarbeit bauen. Eine besonderen, auch beruflichen Schwerpunkt hat er dabei auf die Museumspädagogik gelegt. Wir bedanken uns heute bei einem vielfältig aktiven Bürger, der stets seine Heimatstadt und den ganzen Landkreis im Auge hatte. Die Landkreisverdienst-Medaille soll auch bei Ihnen, sehr geehrter Herr Fischer, Höhepunkt, aber nicht Schlusspunkt des ehrenamtlichen Einsatzes sein. Ich darf mich für die geleistete Arbeit bedanken und Ihnen alles Gute für die Zukunft wünschen.

Dr. Eduard Gilliar ist nicht einfach Arzt, er ist Mediziner mit Hingabe und aus Überzeugung. Der gebürtige Allgäuer hat in Nabburg nicht nur eine zweite Heimat, sondern auch seine berufliche Erfüllung gefunden. 30 Jahre lang war er Chefarzt am Nabburger Krankenhaus. Eine Persönlichkeit, die einem Haus ein persönliche Prägung geben konnte. In einem Alter, das andere für den Ruhestand nutzen, hat er den Schritt zur eigenen Praxis gewählt. Wichtig war ihm, mit großem persönlichen Einsatz die Ständevertretung der Ärzte zu stärken. So hat er unter anderem als Delegierter zum Deutschen Ärztetag und zur bayerischen Ärztekammer seine Stimme erhoben. Erst heuer wurde er als Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes bestätigt. Ihre Verdienste, sehr geehrter Herr Dr. Gilliar, um die medizinische Versorgung der Landkreisbevölkerung sind groß. Sie gehören zu der Generation an Ärzten, die sich das uneingeschränkte Vertrauen ihrer Patienten verdient und erarbeitet haben. Neben der Arbeit für die ärztlichen Organisationen haben Sie auch noch Zeit gefunden, sich sechs Jahre lang als Stadtrat in Nabburg zur Verfügung zu stellen. Wir sagen heute mit der Landkreisverdienstmedaille von Herzen Danke für Ihr Engagement und wünschen Ihnen natürlich ebenfalls für die Zukunft alles Gute.

Alois Gillitzer hat einen klingenden Namen in der Welt der Volksmusik. Und das weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Als Kreisvolksmusikpfleger kämpft er seit 18 Jahren für das Brauchtum und die Traditionen unserer oberpfälzer Heimat. Er tut dies auf seine eigene Weise: Leise, mit Humor und mit dem großen Herzen eines musikalischen Überzeugungstäters. Viele traditionsbewusste Volksmusiker, gerade auch junge Talente, verdanken ihm Auftrittsmöglichkeiten bis hin zu großen Hörfunksendungen. Wenn sich heute immer mehr Musiker mit den musikalischen Wurzeln und unserem eigenen Dialekt beschäftigten, dann auch, weil Alois Gillitzer ihnen den richtigen Weg zwischen Kitsch und Kommerz gezeigt hat. Ich glaube, jeder von uns hier hat schon einmal das Vergnügen gehabt, einen seiner Volksmusikabende zu erleben. Mehr braucht man dazu fast nicht sagen. Er ist aber auch ein verdienter Sammler von musikalischen und sprachlichen Erinnerungen und er hat früh nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder zusammen gebracht, was in Bayern und Böhmen an Kultur immer zusammen gehört hat. Bedanken dürfen wir uns heute aber auch für die langjährige Unterstützung bei den Seniorennachmittagen des Landkreises, für seine Tätigkeit als Vorsitzender der Feuerwehr Niedermurach und 12 Jahre im Gemeinderat. Die Zahl seiner hochverdienten Auszeichnungen ist fast unübersehbar. Wir dürfen heute – als Zeichen unseres Dankes – die Verdienstmedaille des Landkreises hinzufügen. Herzlichen Glückwunsch.

Für Fritz Haag ist beruflich und weit über die Pflicht hinaus der Sport zum Lebensmittelpunkt geworden. Als Sportbeauftragter des Landkreises, als Leiter des Tischtennisleistungszentrums, als Vorstandsmitglied im BLSV war und ist sein Einsatz seit Jahrzehnten gefragt. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei dem Tischtennis. Hier hat er sich in allen Bereichen, bis hin zum Organisationskomitee der Weltmeisterschaften in die Pflicht nehmen lassen. Als „Mister Landkreissportfest“ sind für viele dieser Veranstaltungen die Fäden bei ihm zusammen gelaufen – so zuletzt dieses Jahr in Wackersdorf und Steinberg. Aus unserem Partnerlandkreis Görlitz brachte er die Idee eines Behindertensportfestes mit – und begründete zugleich eine der intensivsten Beziehungen nach Sachsen. Das Leistungszentrum in Burglengenfeld hat sich unter seiner Führung auch zu einer internationalen Begegnungsstätte entwickelt. Daraus resultierte auch sein Einsatz mit der Internationalen Freundschaftsliga für Hilfsbedürftige in Kroatien während des Balkankrieges. Viele hohe Auszeichnungen der Sportverbände wurden Fritz Haag zu teil. Zuletzt hat ihn sein Heimatverein, der ASV Fronberg, zum Ehrenmitglied ernannt. Der sportliche Landkreis Schwandorf möchte heute diesen Auszeichnungen die Landkreisverdienstmedaille hinzufügen. Wir bringen damit unseren Respekt zum Ausdruck für ein Leben im Dienst des Sports und der Völkerverständigung. Herzlichen Dank und weiterhin viel Erfolg

Auch für Richard Hirsch ist der heutige Tag nach gut einem Jahr so etwas wie eine Rückkehr: 12 Jahre gehörte er dem Kreistag an, war unter anderem Sprecher der SPD-Fraktion im Schul- und Jugendhilfeausschuss. Das Tourismuszentrum in Nabburg wie das CeBB in Schönsee oder die Neunburger Umweltstation konnten dabei auf seine Unterstützung zählen. Weit mehr Zeit aber hat Richard Hirsch in seiner Funktion als Vorsitzender des Agenda-21-Arbeitskreises in diesen Räumen verbracht. Umweltthemen, vor allem auch die Umweltbildung, standen für ihn im Mittelpunkt. Aktivitäten wie der Aktionstag „Ein-Topf für die Welt“, der umweltbewusste Haushalt und der Umweltpreis des Landkreises tragen seine Handschrift. Somit war es naheliegend, dass er zum Umweltbeauftragten des Schulamtes und Mitglied im Umweltkreis der Regierung der Oberpfalz wurde. Als Mitglied im Bezirkstag galt sein besonderes Augenmerk der Kultur und hier dem Freilandmuseum Neusath-Perschen. Da liegt es nahe, dass er auch als Stadtrat seiner Heimatstadt Nabburg kulturelle Akzente setzte. Der Mittelaltermarkt und das Tonart-Festival begleitet er von Anfang an mit großer Leidenschaft. Sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement rundet sein Einsatz im Sport für den Faustball ab. Auch wenn jetzt im Ruhestand die Familie an die erste Stelle gerückt sind, bleiben doch auf Dauer die großen Verdienste um unseren Landkreis. Dafür danken wir am heutigen Tag und wünschen Dir, lieber Richard, für die Zukunft ebenfalls alles Gute.

Hans Koch aus Oberviechtach gehört zu der Generation, die die Gemeindegebietsreformen der 70er Jahre erfolgreich gestaltet haben. Beispielhaft für viele Landkreisbürger mit Weitblick hat er die Eingemeindung von Pullenried nach Oberviechtach aktiv betrieben. Zugleich hat er auf vielfältige Weise dafür gesorgt, dass auch in einer größeren Gemeinschaft die Identität des eigenen Ortsteils nicht verloren geht. Als Mitbegründer der Parteifreien Wählergemeinschaft hat er Sorge getragen, dass das Umland seine Standpunkte im Stadtrat vertreten konnte. Als Ortssprecher und später als Stadtrat für 14 Jahre hat er dieses Ziel weiter verfolgt. Seinem Heimatort stand er 19 Jahre als Vorsitzender des Krankenpflegevereins und 11 Jahre als Vorsitzender der Feuerwehr zur Verfügung. Seit 38 Jahren gehört er der Kirchenverwaltung an und hat bis heute die Aufgabe des Kirchenpflegers inne. Der Landkreis Schwandorf, zu dem auf großer Fläche viele kleinere Orte und Gemeindeteile gehören, tut gut daran, Menschen wie Hans Koch zu ehren. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass der ländliche Raum durch Eigeninitiative und persönlichen Einsatz so attraktiv bleibt. Und so darf ich Ihnen, sehr geehrter Herr Koch, für Ihren persönlichen und beispielhaften Einsatz die Landkreisverdienstmedaille überreichen.

Gottfried Leibl wurde 1989 ein Pionier der deutsch-tschechischen Aussöhnung. Als sich die Entspannung zwischen Ost und West erst abzeichnete, ergriff Herr Leibl die Initiative zur Gründung des Vereins "Heimatgemeinde Plöß". Die Vertriebenen des Grenzortes und ihre Nachkommen wollten ein Zeichen setzen: die alte Heimat am Leben erhalten, an Flucht und Vertreibung gemahnen, ohne im Nachbarland Ängste zu schüren. In mühevoller Kleinarbeit wurde der Friedhof der ehemaligen Gemeinde wieder hergestellt. Ein Gedenkstein und eine Figur des heiligen Nepomuk gehören zu diesem würdevollen Umgang mit der Geschichte. Aus den Bedenken der tschechischen Nachbarn wurde durch die geduldige Arbeit von Gottfried Leibl Verständnis, über die Grenze hinweg haben sich Freundschaften entwickelt. Auf diese Weise ist Gottfried Leibl beispielhaft für die vielen engen Beziehungen in unserem Grenzgebiet seit 1989. Nicht die offiziellen politischen Verlautbarungen, sondern die kleinen persönlichen Verbindungen lassen Völkerverständigung wachsen. Für Gottfried Leibl und die Plößer Heimatgemeinde geht die Arbeit immer noch weiter. Die vielen Stunden auf den Baustellen und in Verhandlungen, in Archiven und an der Schreibmaschine haben immer neue Ideen mit sich gebracht. Sein persönlicher Einsatz, seine Ausdauer und seine Begeisterungsfähigkeit für diese wertvolle Art der Vergangenheitsbewältigung machen Gottfried Leibl zu einem würdigen Träger der Landkreisverdienstmedaille. Herzlichen Glückwunsch und machen Sie weiter so!

Mit Rudolf Lenk ehren wir einen ehemaligen Bürgermeister, der seine Heimatstadt Teublitz durch überaus schwierige Zeiten geführt hat. Als er 1973 zum Bürgermeister von Teublitz gewählt wurde, war die Großgemeinde gerade erst am Entstehen. Es galt, der noch jungen Stadt ein Profil und eine Identität zu geben. Während diese Aufgabe noch in vollem Gange war, musste das Städtedreieck erleben, dass der größte Arbeitgeber und Steuerzahler, die Maxhütte, ihre Werkstore für immer schloss. In dieser Zeit der wirtschaftlichen Sorgen und menschlichen Katastrophen, war Rudolf Lenk ein Glücksfall für Teublitz. Selbst ehemaliger Arbeiter im Eisenwerk, kannte und verstand er die Sorgen der Betroffenen. Den Menschen Mut zu machen und Nachfolgelösungen zu finden, war eine Aufgabe für lange Tage und Nächte. Ein wichtiger Baustein war dabei die Ansiedlung der Firma Läpple, die unser Altlandrat und der damalige Bürgermeister eingefädelt haben. Mit der Gründung des Abwasserzweckverbandes mit Maxhütte-Haidhof und der Schaffung der gemeinsamen Großkläranlage hat Bürgermeister Lenk schon damals dem Gedanken der Zusammenarbeit im Städtedreieck Leben eingehaucht. Rudolf Lenk ist aber auch ein Vereinsmensch im besten Sinne des Wortes. 1954 gehörte er dem Gründungsvorstand des Katzdorfer Gartenbauvereins an und war 1966 Mitbegründer des SC Katzdorf. Fast 45 Jahre gehörte er der Vorstandschaft der SPD an. Er war nicht nur 23 Jahre lang 1. Bürgermeister, sondern auch 24 Jahre lang im Kreistag. Rudolf Lenk darf auf ein erfülltes und ein erfolgreiches Lebenswerk zurück blicken. Seinen Verdiensten um seine Heimatstadt und unseren Landkreis dürfen wir heute mit der Landkreisverdienstmedaillen Anerkennung zum Ausdruck bringen.

Für Karl-Heinz Stoppa gilt in besonderem Maße, was ich eingangs gesagt habe: es ist uns ganz und gar unmöglich, alle Leistungen und Verdienste, alle Ehrenämter und Aufgaben aufzuzählen. Gestatten Sie mir, dass ich mich deshalb auf sein herausragendes soziales Engagement und auf sein kommunalpolitisches Wirken beschränke. Die Seniorenarbeit im Landkreis Schwandorf findet in Herrn Stoppa seit vielen Jahren eine persönlichen, aber auch einen finanziellen Förderer, ohne den vieles nicht möglich geworden wäre. Er war Gründungsvorstand des Krankenpflegevereins in seiner Heimatstadt Oberviechtach und langjähriges Vorstandsmitglied im Caritasverband. Seit 1997 ist er Geschäftsführer des Seniorenheims in Oberviechtach, das sich dieser Zeit in vorbildlicher Weise entwickelt hat und den Bedürfnissen der älteren Generation verständnisvoll und vorausschauend begegnet. 16 Jahre war Karl-Heinz Stoppa Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes und wurde für sein Wirken zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Fast 20 Jahre war er Geschäftsführer des CSU-Kreisverbandes. 1972 war er einer der Gründungskreisräte des Großlandkreises und gehörte bis 2008 insgesamt 24 Jahre diesem Gremium an. Auch in diesem Amt war sein zentrales Anliegen die soziale Sicherung der gesamten Kreisbevölkerung. Es verdient großen Respekt, wie Sie, sehr geehrter Herr Stoppa, über Jahrzehnte Ihr Wissen und Ihre Erfahrung im Dienst an anderen eingebracht haben. Unser Dank dafür ist heute die Landkreisverdienstmedaille. Auch Ihnen dazu meinen herzlichen Glückwunsch

Kommen wir zurück ins Städtedreieck und zu Bruno Viertelmeister. Der gelernte Schmid genießt bis heute bei den ehemaligen Eisenwerkern und ihren Familien höchstes Ansehen. Aus seinem tiefen Glauben ist die Bereitschaft gewachsen, Verantwortung für andere zu übernehmen. Als Gewerkschafter kämpfte er bis zum letzten Moment für den Erhalt der Maxhütte. Als Kirchenvorstand setzte er seine ganze Kraft ein, um die Folgen der Schließung zu mildern. 1988 übernahm er die Leitung des Sozialplänertreffs. Hier ging es darum, den ehemaligen Kollegen bei Problemen mit den Behörden, bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder dem Rentenantrag zu helfen. Aber auch, Mut zu machen. Seine Arbeit wurde zum Vorbild für viele solcher Einrichtungen in anderen Orten, die an hoher Arbeitslosigkeit litten. Seit 25 Jahren gehört Bruno Viertelmeister dem Kirchenvorstand in Maxhütte-Haidhof an. Gerade jetzt in pfarrerloser Zeit trägt er als Vorsitzender wieder besondere Verantwortung. Seit 1986 gehört er der Synode der evangelischen Kirche Deutschlands an, als einer der 10 bayerischen Vertreter. Er war lange Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender der evangelischen Arbeitnehmerschaft und im Landesvorstandschaft der afa. Er war und ist das soziale Gewissen seiner kirchlichen und seiner politischen Heimatgemeinde. Denn seit nunmehr 19 Jahren gehört er auch dem Stadtrat an und genießt dort bei allen Fraktionen höchstes Ansehen. Bruno Viertelmeister ist unter anderem Träger des Bundesverdienstkreuzes und mit dem heutigen Tag dürfen wir ihn auch zum Kreis unserer Landkreisverdienstmedaillenträger zählen. Herzlichen Glückwunsch und danke für die geleistete Arbeit

Und zu guter Letzt steht mit Rainer Weileder auch ein Bürger der Stadt Nittenau zur Ehrung an. Nicht nur als Lehrer waren und sind ihm die Bildungsthemen eine Herzensangelegenheit. Vor beinahe 25 Jahren übernahm er die Leitung des Volksbildungswerkes Nittenau. Nach dem Zusammenschluss mit Oberviechtach, Nabburg und Neunburg war er 18 Jahre lang auch Vorsitzender dieser Arbeitsgemeinschaft. In seine Ära fielen maßgebliche Veränderungen im Kursangebot. Die ausgeglichene Mischung zwischen Fortbildung, Lebenshilfe, Herzensbildung und Freizeitthemen stand für ihn im Vordergrund. Und ich glaube, jeder der einen Blick in die Jahresprogramme wirft, wird ihm das erfolgreiche Bemühen bestätigen. Nahe liegend und fast schon selbstverständlich hat sich aus der Bildungsarbeit die Leidenschaft für die Heimatgeschichte ergeben. Das Museum in Nittenau verdankt seinem Fleiß viele spannende Sonderausstellungen und einen guten Klang als Kleinod in unserer Museumslandschaft. Wenn heute Nittenau einen besonderen Ruf als Kulturstadt genießt, dann ist dies ganz entscheidend auch ein Verdienst von Rainer Weileder. Seine Arbeit trägt Früchte – wie zuletzt bei der 1000-Jahr-Feier in Nittenau. Auch Ihre Arbeit, sehr geehrter Herr Weileder, trägt über die Stadtgrenzen hinaus zur erfolgreichen Entwicklung unseres Landkreises bei. Daher möchte ich Sie bitten, als Zeichen unserer Anerkennung die Landkreisverdienstmedaille in Empfang zu nehmen.



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